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Aus der Schulchronik von 1892 berichtet
Wann Tremsdorf gegründet wurde, ist nicht bekannt. Erstmalig erwähnt wurde es im Jahre 1375. Tremsdorf war ein Fischerdorf und liegt am nördlichen Ende des Grössinsees und besaß die Fisch- und Nutzungsrechte für den kleinen und großen Grössinsee durch Kurfürst Joachim II.
Dorf und Umgebung
Tremsdorf liegt in einer Tiefebene an der ehemaligen Heerstraße, die von Berlin über Teltow nach Beelitz führte, umgeben von Bergen und besteht aus einem Bauerndorfe und der Kolonie. Das Bauerndorf liegt längs der Dorfstraße, die durch das Lehnschulzengut, das quer vor der Dorfstraße liegt, geschmälert wird. Die Kolonie hat Friedrich der II. (Der Große) gleich nach dem Siebenjährigen Krieg bauen lassen. Sie liegt nördlich vom Dorfe Der Ursprung oder die Ableitung des Namens „Tremsdorf ist nicht zu ermitteln, es bedeutet „Dorf an der Furt nach Trebbin“. Die höchste Erhebung in der Umgebung von Tremsdorf ist der sagenumwobene Backofenberg (91m), der ein beliebtes Ausflugsziel ist und von dem man eine schöne Aussicht hat. Im Gebiet hinter dem Backofenberg befindet sich heute noch ein Moor, das Venn.
Die Bewohner
des Bauerndorfes sind wendischer Abstammung, Slawen. Die Bewohner der Reihe (Kolonie) sind Ausländer, die aus der Rheinpfalz stammen.
Die Güter der Bauern und Kossäten waren Lassitengüter (zinspflichtig). Auf den Gütern Alt-Langerwisch und Vorwerk Saarmund hatten die Wirte Gespann- und Handdienste zu leisten, meistens ein Knecht und eine Magd oder die Tochter das ganze Jahr über. Man nannte dies Hofdienst. Der eigene Acker wurde sehr wenig bestellt, der größte Teil war Viehweide oder Bruch. Wasser- und Ableitungsgräben waren sehr wenig vorhanden, es gab Sümpfe. Die Ackerflächen um den Ort heute sind durch Melioration entstanden, bereits zu Zeiten Friedrich des II.
Von der Ablösung des Hofdienstes und noch später ging’s den Bewohnern sehr ärmlich, sie konnten nicht die notwendigen Staatssteuern beschaffen. Die Reihenbewohner nährten sich kümmerlich durch Kräutersuchen. Die Dorfbewohner trieben zwar neben der Fischerei noch Viehzucht und Ackerbau; der Ertrag war aber wegen der fehlenden notwendigen Entwässerung so gering, dass sie kümmerlich ihr Dasein fristeten. Friedrich der II. erkannte die Notwendigkeit und ließ unweit des Dorfes eine zwölffüßigen Graben ziehen, der noch heute Königs- oder Nieplitzgraben heißt. Danach, um 1892 wurde aus dem armen Landmann ein reicher Gutsbesitzer, was sich in den Gebäuden und der Bekleidung widerspiegelt. Von 1474 bis zum 30jährigen Krieg waren die Einwohner zur Salzgewinnung aus den Salzquellen zur Versorgung des kurfürstlichen Hofes verpflichtet. Die Salinen verloren aber mit der Zeit an Bedeutung. Tremsdorf liegt an der ehemaligen Heerstraße, die von Berlin über Teltow nach Beelitz führte.
Heute
Tremsdorf, heute ca. 200 Einwohner zählend, ist in das Rad- und Wanderwegekonzept der Nuthe-Nieplitz-Aue eingebunden und befindet sich im Naturschutzgebiet der Nuthe-Nieplitz-Niederung, am westlichen Rand, zwischen Gröben und Tremsdorf. Am 30. Juni 1954 entstand in der Nähe von Tremsdorf ein Observatorium für solare Radioastronomie.
Autor: Annett Böhm
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